Offener Brief an Senator Gaebler

Ihre Anmaßung – die Verwüstung unseres Zuhauses
Nicht Ihr Auftrag. Ihr Irrweg.

Wir vom BBNS fordern Senator Gaebler auf, seine verfehlte Wohnungspolitik zu ändern.

Werter Senator Gaebler,
Sie behaupten mit der von Ihnen gestarteten und von uns bezahlten Werbekampagne, dass Sie in unserem Auftrag handeln würden. Das ist nicht der Fall.

Wir empfinden es als Verhöhnung, wenn Sie meinen, uns erklären zu müssen, dass viele Berlinerinnen und Berliner derzeit nicht die Wohnung mieten können, die sie brauchen und bezahlen können. Wir, unsere Kinder und Angehörigen, Freunde und Kollegen erleben die Berliner Wohnungsmisere täglich hautnah; anders als gut bezahlte Senatoren, Vorstände von Wohnungsunternehmen oder Geschäftsführer von profitablen Werbeagenturen.

Uns mangelt es nicht an Verständnis für den Bedarf an Wohnungsbau, wie Sie unterstellen. Sondern wir akzeptieren nicht die von Ihnen betriebene rücksichtslose Art des Wohnungsneubaus. Rücksichtslos gegen unsere Wohn- und Lebensverhältnisse, rücksichtslos gegen die Stadtnatur und die Klimaveränderungen, rücksichtslos gegen die Zukunft unserer Kinder, unserer Verwandten und Bekannten, ob alt oder jung, ob als Single, als Paar oder in einer großen Familie lebend. Wer hat Sie damit beauftragt? Wir nicht.

Viele Familien, Senioren, Studierende und Auszubildende suchen eine gute und mit ihrem Einkommen bezahlbare Wohnung, in der sie auch in Zukunft gut wohnen und leben können. Aber sie brauchen keine verwüstete, überhitzte Stadt, in der wir morgen keine gute Luft mehr atmen können und krank werden und Kinder keine Flächen zum Spielen mehr haben.

Öffentlicher, sozial und ökologisch nachhaltiger Wohnungsbau ist eine wichtige Aufgabe, um für die Zukunft den nicht marktgesteuerten öffentlichen, von breiten Einwohnerschichten bezahlbaren Wohnungsbestand auszubauen. Das darf aber nicht auf Kosten der Qualität und der Mietenstabilität des Wohnungsbestandes geschehen, was für Sie aber offenbar der Weg aus der Wohnungsversorgungskrise ist. Ein Irrweg.

Statt öffentliche Gelder für eine teure Imagekampagne zu verpulvern, um bei den vermeintlich uneinsichtigen Bürgerinnen und Bürgern Akzeptanz für Ihre verfehlte Wohnungspolitik zu befördern, sollten Sie endlich den Dialog mit uns und allen anderen Bürgerinnen und Bürgern suchen, um durch Partizipation tatsächlich sozial und ökologisch nachhaltige, zukunftsfeste Wege für den Wohnungsneubau und die Bewirtschaftung des kommunalen Berliner Wohnungsbestandes zu beschreiten!

Das ist Ihr Auftrag! Für ein gutes zu Hause für alle!

Die Initiativen des Berliner Bündnis Nachhaltige Stadtentwicklung
04.12.2023

https://www.nachhaltigestadtentwicklung.berlin/